Markt Roßtal

Landkreis Fürth

Mittelfranken

Bayern

Deutschland
Markt Roßtal
Marktplatz 1

90574 Roßtal
Deutschland

Gesagt – Getan

Nachdem ich nach 12 Jahren als Kirchenvorsteher nicht mehr bei der Kirchenvorstandswahl kandidiert habe, um jüngeren Gemeindegliedern Platz zu machen, bot ich zum Abschied aus dem Amt Herrn Pfarrer Künne an, die 4 Tore zum Friedhof zu renovieren, was seine freudige Zustimmung fand.

Da die Friedhofswege und ihre Zugänge auch als öffentliche Wege genutzt werden, wandte ich mich an den Markt mit der Bitte um Übernahme der anfallenden Kosten. Der amtierende Bürgermeister Fritz Stahl, mit dem ich fünf Jahre die Schulbank in der Volksschule gedrückt habe, war über mein Angebot, die Arbeiten für Gottes Lohn auszuführen, hocherfreut und sagte mir spontan die Kostenübernahme für das benötigte Material zu.

Am 9. Oktober begann ich mit meinen Arbeiten. Die kleinen Tore am 2. Pfarrhaus und zum früheren Heimatmuseum konnte ich aushängen und zu Hause bearbeiten. Dabei stellte sich auch heraus, wie dringend eine Renovierung war. Die beiden großen Tore, am 1. Pfarrhaus und am Glockentürmchen, musste ich an Ort und Stelle renovieren. Dabei hatte ich eine Reihe recht amüsanter Erlebnisse. Als das erste Tor fertig abgeschliffen war, kam ein etwa 5jähriger Bub an der Hand seines Großvaters, blieb andächtig stehen und sagte zu mir: „Machst du das aber schön!“ Als beide Tore fertig waren, kam Schreinermeister Herbert Meyer vorbei und antwortete auf meine Frage, ob es so in Ordnung sei: „Du kannst nächste Woche bei mir anfangen!“

Von einer Vielzahl von Frauen, die zur Grabpflege an mir vorbei gingen, hörte ich immer wieder: „Am liebsten hätte ich die unansehnlichen Tore selbst hergerichtet.“

Erfreulich war für mich neben diesen spontanen Äußerungen, dass mir alle Roßtaler Handwerker, die ich um eilige Hilfe bat, mit Rat und Tat zur Seite standen. Das galt für Maler Heßberger, wie für die Schreiner Meyer und Milkau, für den Nachbarn am Oberen Markt Schlossermeister Klose, für Kfz-Meister Wißmüller, Elektro-Gegner und Steinmetz Bulgariu. Bei einigen hieß es sogar: „Wenn es für die Friedhofstore ist, dann kostet es nichts.“

Für die umfangreichen Arbeiten brauchte ich länger als 4 Wochen und arbeitete mehr als 100 Stunden daran. Die Freude an der gelungenen Arbeit und die vielen positiven Äußerungen haben mich dafür reichlich entschädigt. Zu guter Letzt wurde mir die Arbeit auch noch von einer Roßtalerin versüßt mit einer Schachtel Pralinen.

Roland Winkler

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