Informationen des Ersten Bürgermeisters
Wolf Dieter Stadler ist totDer „Vater der Partnerschaft“ zwischen Roßtal und Auzances ist am Sonntagabend, 29. April 2007, während des gemeinsamen Abendessens, das der DFF für seine französischen Gäste und die Gastgeber anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Kommunalpartnerschaft in der Grundschulturnhalle veranstaltete, inmitten seiner französischen und deutschen Freunden plötzlich verschieden. Für den ehemaligen Kriegsgefangenen Wolf Dieter Stadler war die Aussöhnung zwischen Franzosen und Deutschen eine Lebensaufgabe. Die Roßtaler haben seine Ideen aufgegriffen und seit 10 Jahren mit der Kommunalpartnerschaft verwirklicht. Es hätte keine symbolträchtigere Sterbestunde für den Vater der Partnerschaft gegeben als diese. Noch am Samstagabend beim Festakt konnte ich „Wolf“, wie seine Freunde ihn alle nannten, durch ein Buchgeschenk für sein Engagement ehren. Er hat sich sehr darüber gefreut. Und so war es ihm auch ein Herzensanliegen, trotz einer sehr angeschlagenen Gesundheit, beim Festabend des DFF mitten unter Freunden zu sein. Wolf Dieter Stadler hat nicht nur die Kontakte zur französischen Partnergemeinde hergestellt, sondern durch seine Freundschaften im Kanton Auzances auch die Kontakte gepflegt und die Partnerschaft mit vielen Ideen bereichert. Wolf Dieter Stadler wohnte zwar in Nürnberg, aber er ist in über zehn Jahren in seinem Herzen ein Roßtaler geworden. Es war ihm noch in seiner Sterbestunde arg, dass er nicht mehr Auto fahren konnte, um in sein geliebtes Roßtal ohne fremde Hilfe zu kommen. Obwohl sofort ärztliche Hilfe in der Grundschulturnhalle gegeben war, die First Responder außerdem in Minutenschnelle vor Ort aktiv werden konnten und auch der Notarzt sofort zur Stelle war, konnte dem Freund Roßtals und Auzances nicht mehr geholfen werden. Dr. Walter Niederalt und Babeth Arnaud, die Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine, drückten noch am Festabend ihre tiefe Betroffenheit aus und würdigten auch bei der Trauerfeier die Lebensleistung des Verstorbenen. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Rosemarie, die mit Wolf Dieter an der Feier teilgenommen hatte und seinen Tod in der Grundschulturnhalle miterlebte, unser Beileid gilt auch seinen Kindern. Wolf Dieter Stadler hat sich um die Kommunalpartnerschaft Roßtals verdient gemacht, denn es war seine Initiative und Hartnäckigkeit, die Roßtal zum Europadiplom und zur Europafahne führte. Wir werden ihn in ehrender Erinnerung behalten und die Partnerschaft in seinem Sinne pflegen. Roßtal, 30. April 2007 |
Anteilnahme aus Thalheim und Auzances
Der plötzliche Tod Ihres geschätzten „Vaters der Partnerschaft“, Herrn Wolf Dieter Stadler, hat in der Stadt Thalheim/Erzgeb. große Bestürzung ausgelöst. Der Tod eines so engagierten Mannes hinterlässt eine Lücke, die zu füllen nicht einfach erscheint. Ich kann nur erahnen, wie groß Ihr Schmerz um den Verlust dieses Menschen ist. Noch habe ich das Bild unseres letzten Zusammentreffens vor Augen. Mit diesen Zeilen spreche ich Ihnen und Ihren Bürgern mein tiefes Bedauern aus. In einer solchen Situation vermögen Worte aber wenig auszudrücken.
Bitte versichern Sie auch den Angehörigen von Herrn Stadler unser Mitgefühl.
In aufrichtiger Anteilnahme im Namen des Stadtrates und der Verwaltung
René Kühn
Bürgermeister Stadt Thalheim/Erzgeb.
Bürgermeister André Vénuat kondolierte mit einem sehr persönlichen Nachruf Frau Rosemarie Stadler. Er erinnerte an die zahlreichen Besuche, die sich im Laufe der Partnerschaft noch verstärkten, an die Freundschaft, die sich zwischen dem ehemaligen Krieggefangenen Wolf Dieter Stadler und der Familie Saby aus Rougnat im Kanton Auzances entwickelte und ebenso an die Freundschaft mit dem Vater von Madame Babeth Arnaud, André Servant, auch daran, dass diese Menschen wie eine zweite Familie geworden sind und Frankreich wie ein zweites Heimatland. Der Bürgermeister weiter: „Wolf, du wirst uns fehlen. Wir versichern Dir, mein lieber Wolf, dass wir das Werk fortsetzen werden, das Du initiiert hast, in demselben Sinne und mit der gleichen Leidenschaft, welche Du in dieses Engagement eingebracht hast und dass wir Dir treu bleiben werden. Adieu Wolf, wir werden Dich nicht vergessen.“
Ein Wochenende der Freundschaft
Freunde aus Thalheim in Roßtal
Das Wochenende vor dem 1. Mai stand ganz im Zeichen der Partnerschaften Roßtals. Bereits am Samstagvormittag wurde eine Delegation unter René Kühn, Bürgermeister von Thalheim, an der Grundschule empfangen. Nach einem kleinen Rundgang am Oberen Markt erlebten die Thalheimer die Eröffnung des Kultursommers 2007 in der Spitzweedscheune mit. Pfarrer Nikolaus Fischer zeigte ihnen nach einem Orgelkonzert von Brigitte Vogt die Schätze der Laurentiuskirche. Nach einem Mittagessen und der Besichtigung des Hofladens Bogendörfer in Großweismannsdorf pflanzten Altbürgermeister Martin Vogler aus Thalheim, Thalheims Bürgermeister René Kühn und Max Gaul mit Hilfe aller anwesenden Stadträte und Markträte im Grundschulhof eine Freundschaftslinde.
Kuchentheke von der Rathausmannschaft
Im Rathaus fand dann ein Informationsgespräch über die Agenda-Arbeit Roßtals statt. Bewirtet wurden die Gäste zur Kaffeetafel vom Rathauspersonal, von dem auch die Kuchen gebacken und gespendet wurden. Die Thalheimer nahmen nach einer Besichtigung des Heimatmuseums am Festakt in der Aula der Hauptschule teil.
Großes Lob aus Thalheim
„Der Markt Roßtal ist bei allen, die bereits einmal Gast in der Gemeinde gewesen sind, bekannt für seine Gastfreundschaft, für seine Aufgeschlossenheit, ganz voran die Verwaltung. Ob die Kameraden der Feuerwehr oder die Mitglieder der Vereine, bei jedem hat man das Gefühl, gute Freunde an seiner Seite zu haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit, so etwas kommt von innen, kommt aus der Seele.“ So lautet ein Dankschreiben des ehemaligen Rathausmitarbeiters Günther Schürer an uns. Bürgermeister René Kühn bedankte sich in einem eigenen Schreiben „für die gute Betreuung im Rahmen 15 Jahre Partnerschaft“.
Gäste aus Frankreich bei Roßtaler Familien
Samstagnachmittag kam dann auch ein großer Bus mit den französischen Freunden unter Führung von Bürgermeister André Vénuat und der Vorsitzenden des Comité du Jumelage Babeth Arnaud in Roßtal an. Sämtliche Gäste, darunter die Folkloregruppe La Bourrée aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Auzances wurden privat untergebracht. Claudia Schuh hatte hierfür die Organisation übernommen und genügend Gastgeber gefunden.
Festakt mit viel Prominenz
Der Festabend in der Aula fand in Zusammenarbeit zwischen dem Markt Roßtal und dem Deutsch-Französischen Freundschaftskreis unter Vorsitz von Dr. Walter Niederalt statt.
Walter Niederalt konnte hierzu das Präsidiumsmitglied des Europäischen Parlaments, Dr. Ingo Friedrich, den Landtagsabgeordneten Günter Gabsteiger mit seiner Frau Annie, Bezirksrat Fritz Körber in Vertretung des Präsidenten, die Bürgermeister André Vénuat und René Kühn und viele Vereinsvorsitzende begrüßen, die die Partnerschaften mitgetragen haben.
Lyra, Musikzug und La Bourree
Der Abend war durch die Liedvorträge der Lyra, durch die abwechslungsreiche Musik des Musikzuges und durch Musik und Tanz der Folkloregruppe aus Frankreich ein voller Erfolg.
Rathausteam arbeitete ehrenamtlich mit
Besonderer Dank gilt den vielen Helferinnen und Helfern aus Rathaus und Bauhof, die nicht nur für einen reibungslosen Ablauf für mehr als 350 Gäste sorgten, sondern ohne Bezahlung und Freizeitausgleich bedienten und auch wieder für das Aufräumen sorgten. Sie taten dies, weil sie „Freude an dieser Aufgabe“ hatten.
Die Bewirtung der mehr als 350 Gäste erfolgte mittels Sponsorengeldern.
Festgottesdienst in Christkönig
Der Sonntagmorgen begann mit einem Gottesdienst an dem die französische Folkloregruppe mit ihren Instrumenten mitwirkte. Nach der Heiligen Messe wurde vor der Christkönigskirche getanzt. Die „Holzschuhtänzer“ brachten es fertig, dass fast die ganze Gottesdienstgemeinde am Vorplatz mittanzte.
Französischer Wegweiser angebracht
Dann zogen die Franzosen zum Grafflmarkt. Nach dem Mittagessen wurde unter Begleitung des Musikzuges und der Folkloregruppe La Bourrée vom Comité de Jumelage d'Auzances ein Wegweiser im französischen Stil am Auzancesplatz von den beiden Bürgermeistern Vénuat und Gaul enthüllt.
Trauer um Wolf Dieter Stadler
Das anschließend vom DFF veranstaltete Fest mit Abendessen in der Grundschulturnhalle nahm leider einen traurigen Verlauf. Wolf Dieter Stadler, der die Partnerschaft angestoßen und begleitet hatte, brach während des Abendessens tot zusammen. Auf Wunsch seiner Frau Rosemarie wurde der Abend aber nicht komplett abgebrochen. Nach einem Gebet wurde in Wort und Bild an Wolf Dieter Stadler gedacht, es wurden besinnliche Ansprachen gehalten und Freundschaftsgeschenke ausgeteilt.
Gast bei den Pfadfindern
Am Montagabend bewirteten schließlich die Pfadfinder alle Gäste und Gastgeber in einem Zelt am Pfadfinderhaus. Somit wollten die Pfadfinder ihren Dank für die in Frankreich stets vorzufindende Gastfreundschaft zum Ausdruck bringen.
Am 1. Mai gegen 9.00 Uhr früh verließen die Franzosen unser Roßtal und machten sich auf die mehr als 888 Kilometer lange Strecke, wo sie am späten Abend in Auzances ankamen.
Freude an Franken
Viele von den französischen Gästen, insbesondere die Jugendlichen, waren zum ersten Male in Roßtal, darunter auch viele zum ersten Male im Ausland. Man lobte unsere Gastfreundschaft, die Herzlichkeit des Empfangs, unseren festlich geschmückten Ort, die beiden Städte Fürth und Nürnberg und unsere schöne Landschaft.
Dieses Wochenende war ein weiterer Meilenstein in der Freundschaft zwischen uns Deutschen und Franzosen aus dem Limousin.
Wir haben zu danken
Besonderer Dank gilt allen ehrenamtlichen und freiwilligen Helferinnen und Helfern aus dem Rathaus, dem Bauhof und den Schulen, aus dem DFF, aus der Pfadfinderschaft und allen Gastgebern.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Rathaus und dem DFF klappte vorzüglich.
Wir danken Annie Gabsteiger für die Übersetzungsarbeit in diesen Tagen herzlich.
Eine Festbroschüre des Marktes Roßtal wurde an alle Gäste und Gastgeber ausgeteilt. Für die Erstellung danken wir Heinz Raab, für die Übersetzungsarbeit Christoph Harsch und auch hier Annie Gabsteiger. Die Broschüre ist für interessierte Roßtaler im Bürgerbüro erhältlich.
Für die finanzielle Unterstützung danken wir N-ERGIE, der Sparkasse Fürth und der Raiffeisenbank Großhabersdorf-Roßtal.
Stadt Thalheim benennt »Roßtaler Weg«
Mit Schreiben vom 4. Mai 2007 übermittelte der Bürgermeister der Stadt Thalheim, René Kühn, die freudige Nachricht, dass in der Sitzung vom 26. April 2007 der Thalheimer Stadtrat beschlossen hat, die Straßenbenennung »Roßtaler Weg« einzuführen und den bisherigen »Schwarzen Weg« in Thalheim umzubenennen, und „damit ein weiteres bleibendes Zeichen für unsere lebendige Städtepartnerschaft geschaffen wurde. Unser Roßtaler Weg befindet sich in einem Neubaugebiet, welches sich in der Erschließung befindet.“
Neues Angebot: „Zwergensprache“
Ab Mai 2007 wird in Roßtal für Familien mit Babys und Kleinkindern das Angebot durch die in Deutschland noch wenig bekannte Zwergensprache oder Babyzeichensprache genannt erweitert.
Diese soll eine Brücke schlagen zwischen der stark eingeschränkten Kommunikation im frühen Babyalter bis zur voll ausgebildeten Sprache des Kleinkindes. Die Zwergensprache basiert auf der deutschen Gebärdensprache. Die Zeichen für Babys wurden von Sprachwissenschaftlern ausgewählt und den Fähigkeiten der Babys und Kleinkindern angepasst. So können sich Erwachsene und Babys parallel zur Sprache miteinander verständigen, bevor die Babys sprechen können. Bei der Kommunikation mit der Babyzeichensprache werden immer die Zeichen und die Sprache miteinander gebraucht. Die Zwergensprache kann bereits ab einem Alter von 6–9 Monaten erlernt werden und hilft den Kindern frühzeitig, das Konzept »Sprache« zu verstehen. In anderen Ländern ist die Babyzeichensprache so bekannt, wie bei uns PEKiP Kurse oder Babyschwimmen. In dortigen Studien wurde nachgewiesen, dass die Kinder, die mit der Babyzeichensprache aufgewachsen sind, bei Intelligenztests besser abgeschnitten haben, früher sprechen können, ihre Sprachverständnis besser ausgebildet ist und sogar im Kindergarten- und Schulalter einen Vorsprung in der Sprachentwicklung haben. Ihr Wortschatz war weitaus größer und ihr verstärktes Interesse an Büchern und ihrer Lese- und Schreibfähigkeiten lagen deutlich über dem Durchschnitt.
Informationen dazu finden Sie im Internet unter www.babyzeichensprache.com Kursorte Fürth/Roßtal oder bei Kursleiterin Petra Knauer Tel. 09127 904565.
Landtag würdigte Exzellentenkommunen
Als gutes Beispiel für eine nachhaltige, also in die Zukunft wirkende Kommunalentwicklung haben Staatsregierung und Landtag das vom November 2004 bis August 2006 in landesweit 21 Städten und Kommunen, darunter der Markt Roßtal, durchgeführte Programm für gezielte Maßnahmen in sieben Handlungsfeldern bilanziert. Im Umweltausschuss des Parlaments waren alle drei Fraktionen mit Umweltminister Dr. Schnappauf einig, die Versuchserfahrungen dieser 21 Exzellenten-Kommunen für alle Städte und Gemeinden zu empfehlen und dies finanziell zu fördern.
Handlungsfeld Kommunikation und Kooperation
Roßtal bildete im Handlungsfeld Nachhaltigkeitsmanagement und Kooperation mit Neumarkt und Roßhaupten einen Qualitätszirkel.
Das Experiment wurde sowohl vom Ausschussvorsitzenden Henning Kaul (CSU) als auch von der stellvertretenden Vorsitzenden Ruth Paulig (Grüne) und den Sprechern der SPD Ludwig Wörner und Susanne Bielefeld positiv gewürdigt. Die Studie: »21 Gemeinden – Gute Beispiele für eine nachhaltige Kommunalentwicklung« kann man im Internet unter http://www.stmugv.bayern.de/umwelt/agenda/komma21/doc/21gemeinden.pdf lesen. Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie von der TU München Institut für Geodäsie unter TU-Professor Dr. Holger Magel.
Die Bürgermeister in Modellgemeinden unterwegs
„Während wir noch Österreicher-Witze machten, haben uns die Österreicher bereits überholt“, so unsisono die Landkreisbürgermeister. Sie informierten sich vom 7. bis 9. Mai im „Musterländle“ Vorarlberg bei einem Seminar der Schule für Dorf- und Landentwicklung über Projekte nachhaltiger Gemeindeentwicklung und Architektur. Überzeugende Beispiele ökologischer und bürgerschaftlicher Arbeit lernten sie dort in verschiedenen Gemeinden und in Amtzell (Baden-Wttbg.) kennen. Gute Beispiele, die auch uns in unserer Agenda-Arbeit ermutigen und motivieren, die aber auch zeigen, dass wir in Roßtal auf einem guten Weg sind.
Alle können mitarbeiten, mitentscheiden und umsetzen helfen
Im Amtsblatt werden immer die Termine für den Agenda-Ausschuss und die Runden Tische veröffentlicht. In unserer Roßtaler Agendaarbeit können alle Bürgerinnen und Bürger ihre Vorschläge und Ideen einbringen, mitarbeiten und mitentscheiden. An den verschiedenen »Runden Tischen« ist genug Platz für jeden, dem unser Markt Roßtal und seine Zukunft am Herzen liegen und der sich einbringen möchte. Die Moderatoren der Runden Tische und die Agenda-Vorsitzende freuen sich über Ihre Mitarbeit.
Staatsministerin informierte über Bayerische Ehrenamtsversicherung
Staatsministerin Christa Stewens hat uns am 4. Mai geschrieben: „Am 1. April 2007 ist die Bayerische Ehrenamtsversicherung in Kraft getreten. Sie bietet Versicherungsschutz gegen Unfall- und Haftpflichtrisiken. Als Auffangversicherung greift sie immer dann, wenn anderweitig kein Versicherungsschutz besteht. Die Versicherung ist für die ehrenamtlich Engagierten antrags- und beitragsfrei. Die Kosten dafür trägt der Freistaat Bayern.“
Gaul, 1. Bürgermeister
