Informationen aus dem Rathaus
Aus dem Bau- und Umweltausschuss vom 19.08.2008
Erster Bürgermeister Völkl informierte wegen der aktuellen Berichterstattung in den Medien über die im Roßtaler Trinkwasser gemessenen Uran-Werte. Sie schwanken zwischen 0,0015 und 0,0044 mg/l und liegen damit deutlich unter dem in Deutschland geplanten Grenzwert von 0,01 mg/l. Die letzte Uran-Messung fand im Februar 2008 beim Brunnen 4 in der Wasserversorgungsanlage Buttendorf statt.
Bewohner der Wiesen- und Siedlerstraße im Ortsteil (OT) Kleinweismannsdorf wandten sich Anfang Mai an den neu gewählten Bürgermeister und trugen ihm die Sorgen der Lärmbelastung durch die B 14 – verbunden mit der Hoffnung auf Errichtung eines Lärmschutzwalls – vor. Das als Träger der Straßenbaulast für die B 14 eingeschaltete Staatliche Bauamt Nürnberg hat durch Lärmuntersuchungen nachgewiesen, dass die tatsächlichen Beurteilungspegel tags und nachts weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Somit gibt es keine staatliche Verpflichtung für eine Lärmsanierung. Bürgermeister Völkl machte deutlich, dass ein Lärmschutz an überregionalen Straßenzügen, wie der B 14, die Möglichkeiten jeder anliegenden Gemeinde übersteigt. Eine Lärmsanierung für bestehende Baugebiete ist über den gemeindlichen Haushalt nicht zu schultern. Schließlich ist auch der Ortsteil Buchschwabach von der Ortsdurchfahrt der B 14 betroffen.
Das Staatliche Bauamt Nürnberg lehnte die von einer Bürgerin vorgebrachte Bitte um Einrichtung einer Fußgängersignalanlage oder einer Überquerungshilfe an der Nürnberger Straße (Staatsstraße 2409) auf der Höhe der Hochstraße am südlich Ausgang von Roßtal ab. Die nach den einschlägigen Richtlinien notwendige Zahl von Fahrzeugen oder Fußgängern werden derzeit nicht erreicht.
Der Ausschuss konnte nach dem 2. Verfahrensschritt, nämlich der öffentlichen Auslegung, die 5. Änderung des Flächennutzungsplans für die Gemarkung Großweismannsdorf und die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 50 »Energiegewinnung Photovoltaik« für ein Gebiet südlich des Ortsteils Kleinweismannsdorf westlich der Leitelshofer Straße durch Beschlüsse zum Abschluss bringen. Die Verwaltung wird beim Landratsamt (LRA) die Flächennutzungsplanänderung beantragen. Erst nach dieser Genehmigung kann der Bebauungsplan in Kraft gesetzt werden.
Erster Bürgermeister Völkl informierte über den Sachstand zur Errichtung eines DFB-Minispielfelds auf dem gemeindlichen Gelände Freizeit und Erholung südlich der Hauptschule. Bevor beim LRA Fürth die erforderliche Baugenehmigung beantragt wird, soll sich der Unterausschuss Agenda 21 mit zwei alternativen Standorten beschäftigen und eine Auswahl treffen. Voraussetzung ist in jedem Fall eine schallimmissionsschutztechnische Untersuchung nach der Sportanlagenlärmschutzverordnung, die bei einem Nürnberger Ingenieurbüro beauftragt wurde. Sie soll auch eine mögliche Verlagerung der Skateboard-Anlage von der Kläranlage auf das Gelände Freizeit und Erholung berücksichtigen.
Auch die nächsten Punkte waren von so großem Interesse, dass alle Stühle für Zuhörerinnen und Zuhörer besetzt waren. Der Ausschuss hatte sich nämlich noch einmal mit der Ausbaubeitragsabrechnung für die Rathausgasse und Schulstraße zu beschäftigen, weil der Bayerische Kommunale Prüfungsverband die Einstufung in die höchste Straßenkategorie „Hauptverkehrsstraße“ kritisierte. Nach längerer Beratung wollte der Ausschuss trotzdem an den früheren Beschlüssen aus 2004 festhalten. Er beauftragte die Verwaltung - zusammen mit der Kommunalaufsicht beim LRA - eine sachgerechte Einstufung vorzunehmen. Ziel soll die bisherige Einstufung sein, die sich aus den zentralen Einrichtungen im Ortskern erklärt. Der Ausschuss beschloss auch für die Richtersgasse die Straßenkategorie „Hauptverkehrsstraße“. Dort muss die Stützmauer nach der Ausbaubeitragssatzung abgerechnet werden. Diese Einstufung steht ebenfalls unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das LRA.
Weitere Beschlüsse zum Ausbaubeitragsrecht betrafen die Abrechnung des so genannten Straßenentwässerungsanteils an Kanalbaumaßnahmen, die den beitragspflichtigen Grundstückseigentümern in Anliegerversammlungen im Juli bereits im Vorgriff auf die Beschlussfassung erläutert wurden. Künftig wird ein pauschaler Anteil von 25 v. H. in die Ausbaubeiträge eingerechnet. Die Straße An den Sieben Quellen wurde in diesem Zusammenhang als „Haupterschließungsstraße“ eingestuft, weil sie die Sammelfunktion im dortigen Quartier hat.
Zum Antrag der Gruppe Bündnis 90/Die Grünen für barrierefreie Gehsteige verständigte sich der Ausschuss darauf, dass eine Prioritätenliste erstellt werden soll, in der solche Gehsteige erfasst werden, die zu öffentlichen Einrichtungen, Läden, Arztpraxen und dergleichen führen. Eine flächendeckende Gehsteigabsenkung für das gesamte Gemeindegebiet wird finanziell und personell nicht leistbar sein.
Der Ausschuss war sich einig, für den Umbau bzw. die Erweiterung der Kläranlage Roßtal eine Ausbaugröße in die anstehende Planung einzubeziehen, die die Baulandreserven des Flächennutzungsplans von 1995 berücksichtigt. Bei einer mittleren Dichte von 55 Einwohnern pro Hektar ergibt sich daraus ein Bevölkerungswachstum von rund 2.000 Einwohnern. Ein Ingenieurbüro wird im September die aktuelle Belastung der Kläranlage mit den so genannten „Einwohnerwerten“ feststellen, damit dann endgültig über die Ausbaugröße entschieden werden kann. Aufgabe der Kläranlagenplanung wird es sein, die Ausbaugröße durch modulare Erweiterung dem jeweiligen Bevölkerungswachstum anzupassen zu können.
Zum Abschluss des öffentlichen Teils wählte das Gremium Abdecktürchen aus Juragranit für die zwischenzeitlich im Friedhof Am Kirchberg im OT Buchschwabach stehende Urnenwand aus.
Erfahrungen mit der Verordnung über das Verbot des Mitbringens von alkoholischen Getränken aller Art auf die jeweiligen Kirchweihfestgelände im Markt Roßtal.
Der Großteil der diesjährigen Kirchweihen im Markt Roßtal ist vorüber und es hat sich gezeigt, dass sich die Verordnung über das Verbot des Mitbringens von alkoholischen Getränken aller Art auf die jeweiligen Kirchweihfestgelände im Markt Roßtal bereits jetzt gut bewährt hat.
Der Marktgemeinderat hatte die Verordnung rechtzeitig vor der ersten Kirchweih am 25. Juni 2008 erlassen und damit der Polizei eine Handhabe gegeben, auf die jeweiligen Festgelände mitgebrachten alkoholischen Getränke sicherzustellen.
Allein bei der Kirchweih in Roßtal wurden insgesamt 46 Personen durch die Beamten der Polizei auf die Verordnung hingewiesen und der mitgeführte Alkohol an Ort und Stelle entsorgt bzw. sichergestellt.
Insgesamt verliefen alle bisherigen Kirchweihen ruhig und nahmen einen für alle Beteiligten erfreulichen Verlauf.
Gelungene Abschlusspräsentation
Am 20.07.2008 wurde die Vorbereitungsphase zur Dorferneuerung und Flurneuordnung für die Orte Buttendorf, Neuses, Stöckach, Kernmühle und Herboldshof mit der Abschlusspräsentation im vollbesetzten Buttendorfer Kärwastodl beendet. Die vier Arbeitskreise Buttendorf, Neuses, Stöckach und Flur zeigten den interessierten Bürgern ihre Vorschläge für die weitere Gestaltung der Orte und der Flur. Grußworte sprachen der 1. Bürgermeister Johann Völkl und der stellvertretende Landrat Franz X. Forman. Die Moderatorin der Arbeitskreise, Maria Hegemann, sowie die Sprecher der vier Arbeitskreise, Elfriede Wagner, Andreas Zehmeister, Klaus Eckstein und Wolfgang Steinmetz, stellten die Ergebnisse der Arbeitskreisarbeit vor. Friedrich Wilhelm Brumberg, Leiter des Amtes für ländliche Entwicklung, würdigte in seinem Schlusswort die intensive und engagierte Arbeit der Arbeitskreise.
Die Arbeitskreissprecher erläuterten ihre Ergebnisse und bedankten sich bei allen Arbeitskreisteilnehmern für die geleistete Arbeit in den letzten 1,5 Jahren.
In den einzelnen Arbeitskreises wurde in den letzten 1,5 Jahren Bestandsaufnahmen ihrer Orte und der Flur angefertigt, Pläne gezeichnet, Begehungen durchgeführt, Fragebögen verteilt, viele Fotos gemacht und immer wieder heiß diskutiert. Die Ergebnisse dieser aktiven Bürgerarbeit waren in der Abschlusspräsentation zu sehen.
Nach dem offiziellen Teil wurde die Präsentation für alle Bürger eröffnet. 250 Bürger zeigten reges Interesse an den erstellten Plakaten und Modellen. Als wichtige Projekte in allen Orten wurden die Umgestaltung der Straßen und Gehwege, die Gestaltung eines Dorfplatzes als zentraler Treffpunkt und die Stärkung der Dorfgemeinschaft gesehen. Das Leben in unseren Orten soll für alle wieder lebendiger werden. In der Flur sollen durch Wegeneubau und Zusammenlegung von Flächen die Landwirtschaft für die Zukunft gerüstet und die Kulturlandschaft in unserer Region erhalten werden.
Alle vier Arbeitskreise einigten sich auf einen Leitsatz für die künftige Dorferneuerung und Flurneuordnung: Unsere Dörfer und die Flur neu gestalten – uns die Heimat erhalten.
Unter diesem Leitsatz wird die zukünftige Arbeit der Teilnehmergemeinschaft stehen.
Als nächsten Schritt wird der Marktrat einen Antrag auf Einleitung des Verfahrens zur Flurneuordnung und Dorferneuerung stellen. Das Amt für ländliche Entwicklung wird das Verfahren voraussichtlich im Herbst anordnen.
Die intensive Vorbereitungsphase und die höchst gelungene Abschlusspräsentation sind der erste wichtige Schritt zum Gelingen der Flurneuordnung und Dorferneuerung. Bei der Dorferneuerung und Flurneuordnung ist die aktive Bürgerbeteiligung der wichtigste Bestandteil. Dies wurde bei dieser Abschlusspräsentation hervorragend belegt. Vielen herzlichen Dank allen Bürgern und Mitwirkenden in den Arbeitskreisen für ihr Engagement.
Raid pédestre/Auzancer Wanderer in Roßtal
Am 12. August 2008 traf eine Gruppe von sieben tapferen Wanderern aus Auzances in Roßtal ein. Am Donnerstag, dem 7. August 2008, hatten sie sich zu Fuß von Auzances aus auf den Weg nach Roßtal gemacht. Sie waren an sechs Tagen jeweils zwischen 20 und 25 Kilometer marschiert, den Rest der Tagesstrecke legten sie in zwei Begleitfahrzeugen zurück. Auf der letzten Etappe von Großhaslach über Heilsbronn nach Roßtal begleiteten ein paar Wanderer des DFF unsere französischen Freunde. Nach einem etwa fünfstündigen Marsch wurde die Gruppe vom Ersten Bürgermeister Johann Völkl im Rathaus empfangen.

An den folgenden drei Tagen unternahmen wir vom DFF mit unseren französischen Gästen weitere Wanderungen von etwa 25 Kilometern Länge: von Neunkirchen bei Sulzbach-Rosenberg nach Neuhaus/Pegnitz, von Forchheim über den Kreuzberg nach Eggolsheim oder rund um Iphofen. So konnten wir den Auzancern ein paar Flecken unserer Region zeigen, die sie noch nicht kannten.
Für Samstag, den 16. August 2008, hatte Erster Bürgermeister Johann Völkl die französischen Gäste zur Aufstellung des Kärwabaumes nach Raitersaich eingeladen, damit sie auch etwas von unserem Brauchtum mitbekommen konnten.
Als uns die Auzancer am Sonntag verließen, waren sie hochzufrieden mit ihrer sportlichen Leistung: schließlich hatten sie an neun Tagen hintereinander eine Strecke von mehr als 200 Kilometern zu Fuß zurückgelegt.
Christoph Harsch
