Festschrift zur Tausendjahrfeier
Der Ortsname
Der Ortsname Roßtal birgt eine Reihe ungelöster Probleme. 1913 wurde der alte Name Roßstall in Roßtal umgewandelt. Den Anstoß hierzu gab die bekannte erste Erwähnung durch Widukind im Jahre 954. Er nannte unseren Ort Horsadal. Nun ist diese geschichtliche Quelle für die Namenforschung zweitrangig, da sie in einem weitentfernten Land entstanden ist und zudem deutlich die niedersächsische Dialektform aufweist. Wann und wie Widukind das Ereignis um Roßtal erfahren hat, wissen wir nicht. Er kannte aber weder Landschaft noch örtliche Verhältnisse und formte den Namen nur nach dem Hörensagen. Aus dieser durch Widukind überlieferten Namensform Horsadal wurde häufig eine sächsische Besiedlung abgeleitet, die für den fränkischen Herrschaftssitz Roßtal abwegig sein dürfte.
Es wäre aber verwunderlich, wenn die Bergsiedlung nach einem unwirtlichen und morastigen Tal genannt worden wäre. Der Name Pelzlein für die gebolzte Talstraße ist der Beweis für jene Geländebeschaffenheit. Die Baumstämme oder Bolzen, die einst als Unterlagen des sumpfigen Wegs dienten, wurden vor zwei Jahren bei der Kanalisation des Mühlbaches sichtbar.
Bei der ersten Erwähnung des Ortes im Heimatraum (Bamberger Urkunde von 1050) wird der Ort Rossestal genannt. Da aber kaum anzunehmen ist, daß es sich um das Tal eines einzigen Rosses handeln kann (Roß tritt als Herdentier immer in der Mehrzahl auf), wird hier die Nachsilbe -stal erkennbar, die später zu -stall wird. Im 12. und 13. Jahrhundert findet sich nur die Schrumpfform Rostal. In den Mitteilungen des Historischen Vereins der Stadt Heilbronn vom Jahre 1953/54 hat sich nun Werner Heim in einem Aufsatz Die Stahlbühle, alte Dingstätten unserer Heimat eingehend mit den stal-Orten im württembergischen Gebiet beschäftigt, bei denen eine Spornlage an Altstraßen symptomatisch ist. Dies ist auch für Roßtal gegeben.
Vieldeutiger aber ist der erste Namensteil Roß bzw. Rosse. Man wird zuerst an ahd., mhd.
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