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Markt Roßtal

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Letzte Änderung: 2004-06-29

1050 Jahre Markt Roßtal

Open-Air-Konzert Carmina Burana

Eine pralle Lieder-Lust
Carl Orffs Carmina Burana auf dem Marktplatz in Roßtal

Lieder vom Frühling und von der Liebe, vom Saufen und Fressen aus dem Spätmittelalter, die handschriftlich im Kloster Benediktbeuern aufbewahrt wurden, verwendete Carl Orff im Jahr 1934 als Textgrundlage für seine szenische Kantate „Carmina Burana“, ein Werk, das die Lebensfreude des 13. Jahrhunderts mit der rhythmisch geprägten Musik des 20. Jahrhunderts verbindet.

Zur 1050-Jahr-Feier des Marktes Roßtal erklang dieses Werk als Open-Air-Konzert vor 1000 Zuhörern auf dem Marktplatz und wurde in einer grandiosen Aufführung zu einem beeindruckenden Erlebnis. Drei Solisten, sechs Chöre und ein Kinderchor sowie die Orchestergemeinschaft Nürnberg und ein Percussionsensemble musizierten unter der Leitung von Bernhard Joerg, der den Zuhörern auch die drei Teile des Gesamtwerkes „Im Frühling“, „In der Taverne“ und „Hof der Liebe“ jeweils erläuterte.

Corinna Schreiter gestaltete mit ihrem glockenklaren Sopran die melodischen Liebeslieder und meisterte die enormen Schwierigkeiten dieser Partie bravourös. Bassist Markus Simon hatte im Mittelteil seinen großen Auftritt als besoffener Abt von Cucanien, der mühevoll zu psalmodieren versucht und anschließend mit seinen „fratribus perversis“ ein orgiastisches Saufgelage inszeniert. Er beeindruckte in der Tiefe wie auch in den für einen Bassisten extremen Höhen.

Das Falsettlied des gebratenen Schwans gestaltete der Tenor Alwin Niklas sicher und einfühlsam. Die Capella Vocalis, das Vokalensemble und der Kirchenchor aus Langenzenn, der Große Chor und die Ehemaligen des Oberasbacher Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, die Chorgruppe Altdorf und der Kinderchor der Roßtaler Grundschule vereinigten sich zu einem riesigen Klangkörper, die einzeln und als Gesamtchor die vokalen Teile des Werkes gestalteten.

Wesentlichen Anteil an der hervorragenden Wiedergabe dieses opulenten Werkes hatten die Orchestergemeinschaft Nürnberg und vor allem die Percussionsgruppe mit dem musikalischen Energiebündel Pauls Andersons, der mit wuchtigen Paukenschlägen für den nötigen Drive sorgte.

Bernhard Joerg, der das Werk auswendig dirigierte, gelang es stets, mit exakten Dirigiergesten den großen vokalen und instrumentalen Klangapparat zusammenzuhalten. Und so galt auch ihm ein beträchtlicher Teil des stürmischen Beifalls der begeisterten Zuhörer am Schluss des Werkes.

Bürgermeister Gaul dankte „für den musikalischen Höhepunkt des Stadtjubiläums“.

GÜNTER GREB

Quelle: Fürther Nachrichten vom 28. Juni 2004, Seite 3
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