
Carl Orff (18951982): Carmina Burana
Die Handschrift aus Benediktbeuren Carmina Burana aus dem 12. Jahrhundert enthält weltliche Lieder verschiedenster Art. Die Begegnung mit diesen Texten faszinierte Orff so sehr, daß ihn Bild und Worte überfielen, und er noch am selben Tag den ersten Chorsatz O Fortuna skizzierte. Orff wählte einige wenige Texte aus, die dadurch in neue Zusammenhänge gerieten. Der mitreißende Rhythmus, die Bildhaftigkeit dieser Dichtungen und nicht zuletzt die vokalreiche Musikalität und einzigartige Knappheit der lateinischen Sprache fesselten ihn.
Als großes Symbol steht über dem ganzen Werk das Glücksrad der Fortuna. Das ewige Kreisen der Welt zwischen Glück und Unglück, Aufstieg und Niedergang vertont Orff mit wenigen, immer wiederkehrenden Mitteln in einem großen Chorsatz, der am Anfang und Schluß des Werkes steht. Der Mittelteil besteht aus einzelnen Bildern: Uf dem Anger auf dem Dorfplatz; In Taberna in der Schänke; Cour d'Amour eine liebliche Musik voller Erotik. Höhepunkt des Werkes ist eine mitreißende Hymne auf die Liebe.
In den Carmina Burana fand Orff seine eigene musikalische Sprache. Die mittelalterlichen Texte inspirierten ihn zu einer prall-sinnlichen Musik mit starker Vereinfachung in Rhythmik und Harmonik.
Die 1937 uraufgeführten Carmina Burana begründen Orffs weltweiten Erfolg und zählen zu seinen populärsten Werken. Die Nazis bezeichnete sie als undeutsche Musik, mokierten sich über die pornographischen Texte in lateinischer Sprache und die Reichsmusikkammer ließ wissen, dass diese bayerische Niggermusik nicht erwünscht sei. Die Uraufführung wurde deshalb lange hinausgezögert.
Samstag, 26. Juni 2004, 21:00 Uhr auf dem Roßtaler Marktplatz
Einlass ab 19.30 Uhr
Kartenvorverkauf ab 15.04.2004 Rathaus Marktkasse, Raiffeisenbank, Sparkasse
Weitere Informationen:
- aus dem Amtsblatt
- Plakat
- mehr zur Handschrift Carmina Burana
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