Schulstraße 13

Sonderausstellung »Geld ist eine schöne Sache«
11. September 2011 – 3. März 2012
„Geld ist eine schöne Sache“, sagt Wilhelm in Goethes ‘Wilhelm Meisters Lehrjahre’, als ihm ein Beutel überreicht wird, „durch dessen schönes Gewebe die reizende Farbe neuer Goldstücke durchschimmerte“, „als Ersatz für seine Zeit und als Erkenntlichkeit für seine Mühe“. Wilhelm Meister erhielt Arbeitslohn.
Dieser war neben Erträgnissen aus der Landwirtschaft in den vergangenen 200 Jahren auch die entscheidende Lebensgrundlage der Roßtaler Bürgerinnen und Bürger. Bisweilen reichten die Einnahmen freilich nicht, alle Bedürfnisse der einzelnen zu befriedigen. Sie mussten sich dann Geld leihen oder waren auf helfende Unterstützung einzelner oder der Allgemeinheit angewiesen. Wenn es ihnen besser ging, konnten sie vielleicht auf Ersparnisse zurückgreifen, die aber in Notzeiten durch Geldentwertungen gefährdet waren.
Geld als Zahlungsmittel und Recheneinheit hat bereits vor langer Zeit als allgemeiner Wert- und Preismaßstab den früheren Tauschhandel abgelöst. Es ist in einer arbeitsteiligen Wirtschaft unentbehrlich. Nun wird Bargeld immer mehr von Buchgeld zurückgedrängt: Überweisung, Kreditkarte, Scheck und jetzt auch sogenanntes elektronisches Geld sind seit Jahren als gängige Zahlungsformen anerkannt und zum Allgemeingut geworden.
Zurzeit beschäftigt uns verstärkt die Geldsicherheit. Geldentwertungen gab es freilich immer wieder. Und auch die modernen Formen von (möglichst sicheren?) Geldanlagen, insbesondere in Fonds oder Zertifikaten, stellen nur eine punktuelle Erweiterung gegenüber den schon früher üblichen Immobilien, Edelmetallen oder Schuldverschreibungen dar.
„Geld allein macht nicht glücklich“, lautet ein Sprichwort. Es weist auf die Möglichkeit der Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben hin: Spenden und Stiften – auch dazu ist Geld „eine schöne Sache“.