Kunstwerk im Treppenhaus des Rathauses
Karl Heinz Kühler
Mit seinem modernen Kunstwerk im Treppenhaus drückt Karl Heinz Kühler nicht nur die geschichtliche Entwicklung Roßtals in intensiver Farbgestaltung und Raumwirkung aus. Das Werk steht auch für die Offenheit des Hauses und das gemeinsame Lösen von Problemen.
Beschreibung:
Für den künstlerischen Gestaltungsvorschlag im Innenbereich des Rathauses Roßtal sind mir zwei Grundüberlegungen wichtig. Einmal die Einbindung der Wand in die bauliche Weiterentwicklung einer zweigeschossigen zu einer dreigeschossigen Eingangshalle und zweitens die geschichtliche Entwicklung Roßtals.
Zum ersten bietet die architektonische Gestaltung mit der ergänzenden Treppenführung und Lichtpyramide ein neues Raumerlebnis an, das es aufzunehmen und zu ergänzen gilt.
Zusätzlich gliedern zwei Stahlstützen den Wand- und Treppenbereich. Hier biete ich eine dritte flache Farbstütze an, um die Wand aus ihrer Symmetrie zu lösen. Die Stützen sollten ebenfalls farbig gestaltet sein, um eine Einheit im Material mit der Wandgestaltung zu erreichen.
So liegt auch die Lösung nahe, die Geschichte Roßtals in einer farbigen Abwicklung darzustellen, unterstützt durch wenige realbezogene Kürzel wie Wappenfarben, fränkischer Rechen, bayerische Raute, Flaggenfarbsymbole.
Roßtal hat, bevor es schriftlich erwähnt wird, bereits eine lange Entwicklungsgeschichte hinter sich. Dieser noch in der Vergangenheit liegende Teil wird in meinem Entwurf durch dunkelgehaltene Farben im EG, ab und zu von einem roten Faden unterbrochen, dargestellt.
Beim ersten Treppenaufgang tritt, markiert durch das Siegel Ludwig des Bayern, das sich auf der Ernennungsurkunde befindet, Roßtal als Stadt in die Geschichte ein. Dieses Siegel, stark vergrößert als Bronzeplatte dargestellt, sollte in Kinderkopfhöhe angebracht sein, um gerade die Jugend für die Geschichte zu interessieren.
Von hier aus wird die Wandgestaltung durch das Aufnehmen hellerer Farbtöne nach oben gestaltet, geschichtliche Entwicklung wird transparenter und auch die kommunalen Bezüge Roßtals werden verdeutlicht, d. h. die Eingebundenheit in Landkreis, Bezirk, das Land Bayern, die BRD und als weitere Entwicklung die Europäische Union.
Nach oben schließt sich eine sehr lichte Farbigkeit an, die in der Gestaltung plastisch verstärkt wird, um das von oben einfallende Licht als modellierendes Element mit einzubeziehen, ebenso wie die sich öffnenden Strukturen den Strukturen der Lichtpyramide entgegen kommen.
Hier schließt sich die Gestaltung der Wand mit der Gestaltung der Architektur wieder zu einer Einheit.
Karl Heinz Kühler
