Wappen Roßtal

Markt Roßtal

Landkreis Fürth

Mittelfranken

Bayern

Deutschland
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Letzte Änderung: 2005-11-17

Grußwort zum Martinimarkt 2003

Vor 675 Jahren erlaubte der frisch zum Kaiser gekrönte Wittelsbacher auf dem Königsthron, Ludwig der Bayer, am 22. April 1328 zu Rom, seinem treuen Lehnsmann, dem Burggrafen Friedrich zu Nürnberg, Roßtal zur Stadt zu machen. Er stattete Roßtal mit denselben Rechten aus „wie die Stadt Nürnberg“ und dieses Stadtrecht beinhaltete auch das Recht, Märkte abzuhalten.

Damit hat Roßtal die ältesten Marktrechte im heutigen Landkreis Fürth. Es ist vielleicht auch die Zeit, in der das mittelalterliche Roßtal nach den Zerstörungen im ausgehenden ersten Jahrtausend noch einmal als Gemeinwesen ein wenig aufblühte.

Der Martinimarkt 2003 steht in dieser 675-jährigen Tradition. Wir feiern mit diesem Markt und seinen zahlreichen Attraktionen rund um das Marktgeschehen unseren 675-jährigen Geburtstag als „Markt Roßtal“, den wir amtlich beglaubigt bereits am 22. April begangen haben.

Marktgeschehen
 
Der Roßtaler Martinimarkt ist ein echter Herbstmarkt, kein vorgezogener Weihnachtsmarkt. Denn an diesem Lostag des Hl. Martins ging von altersher das bäuerliche Jahr zu Ende und so deckte man sich an diesem uraltem „Erntedankfest“ ein. Man muss auch wissen, dass in altkirchlicher Zeit die Zeit vor Weihnachten eine ebenso strenge Fastenzeit bedeutete wie die 40 Tage vom Aschermittwoch bis Ostern. Also genoß man kräftig und dankbar alles, was Küche und Keller zu bieten hatte und erfreute sich bei Musik und Tanz. Hinzu kommt bei uns im Fränkischen nach der Reformation auch der Brauch auf, Kinder am Martinsfest anstatt zu Nikolaus zu beschenken. Der Roßtaler Pulzermärtel, eine Perchtgestalt, vereint dabei die heidnischen und christlichen Bräuche. Diese Perchtgestalt lehrt nicht nur „Mores“ und das Fürchten, sondern steht auch in der Tradition des Heiligen Martin von Tours, und damit in der Tradition der Barmherzigkeit im Teilen.

 
Pulzermärtel
An dieser Perchtgestalt aus dem herbstlichen Wald halten die Roßtaler auch fest und so kommt der „Pulzermärtel“ (hochdeutsch auch Pelzmärtel) am Sonntagnachmittag um 14.00 Uhr auf den Roßtaler Marktplatz zu den Kindern, um ihnen das beliebte Roßtaler Schmalzgebäck, die Martinerli, zu bringen.

Mit dem Jubiläumsmarkt beginnen wir Roßtaler aber auch unser Festjahr 1050 Jahre Roßtal. Denn im Jahre 954 wurde Roßtal urkundlich zum ersten Male als befestigte Stadt erwähnt.

Beide Ereignisse, die Stadterhebung vor 675 Jahre und die urkundliche Erwähnung, die sich im nächsten Kalenderjahr zum 1050. Male jährt, sollen kräftig gefeiert werden. Beide Ereignisse weisen Roßtal als einen reichsgeschichtlich interessanten Ort aus, der sich zum Jubiläumsjahr auch seinen Gästen gerne öffnet.

Erleben Sie die besondere Atmosphäre eines schmucken fränkischen Marktfleckens, in dem es sich zu leben und zu wohnen lohnt. Die Gewerbeschau in der Grundschule zeugt von der Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Der Markt rund um das Wahrzeichen Roßtals, die altehrwürdige Laurentiuskirche mit der romanischen Krypta, von der 675-jährigen Tradition als Marktflecken und der mehr als tausendjährigen Geschichte als besiedelter Ort, die Sozialmesse und die Ausstellungen im Rathaus von der Lebendigkeit bürgerschaftlichen Engagements im heutigen Roßtal.

Unser Motto heißt nicht umsonst: Markt Roßtal – 1050 Jahre offen und lebendig.

In diesem Sinne herzlich willkommen zum Martinimarkt 2003 in Roßtal.

Ihr
Maximilian Gaul
Erster Bürgermeister

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