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Markt Roßtal

Landkreis Fürth

Mittelfranken

Bayern

Deutschland
Markt Roßtal
Marktplatz 1

90574 Roßtal
Deutschland

Martinimarkt fast von Sturmtief verweht

Besucherstrom in Roßtal blieb aus – Martinerla in der Laurentiuskirche an Kinder verteilt

ROSSTAL - Buchstäblich dem Wetter zum Opfer fiel der diesjährige Martinimarkt. Bei Dauerregen und orkanartigen Windböen blieb der sonst übliche Besucherandrang aus.

Bis zuletzt hatten die Veranstalter noch gehofft, die Verteilung der Martinerla, der Höhepunkt für die Kinder am Martinimarkt-Sonntag, könne wie jedes Jahr auf dem Marktplatz stattfinden. Kurz vor 14 Uhr schaute Bürgermeister Maximilian Gaul höchstpersönlich im Internet nach den Wetteraussichten. „Schlechtwetter- und Regenfront direkt über Mittelfranken“ – dies ließ nur eine Entscheidung zu: Der Pulzermärtel konnte sein Schmalzgebäck nicht unter freiem Himmel verteilen.

Innerhalb von nur zehn Minuten wurde umdisponiert. Pfarrer Jörn Künne stellte die Laurentiuskirche zur Verfügung, und schließlich wurde alles doch wieder gut. Wie in jedem Jahr erhielt jedes Kind sein begehrtes Martinerla aus den Händen des Pulzermärtel, der heuer allerdings auf seine Fahrt mit der Kutsche verzichten musste.

Insgesamt machte das miese Wetter dem diesjährigen Marktgeschehen einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Am eh schon besuchsschwächeren Samstag kamen noch weniger Menschen, und auch am Sonntag blieb der Besucherstrom aus. Gäste aus der Region stiegen angesichts des Dauerregens gar nicht erst in den Zug oder das Auto. Lediglich die hartgesottenen Roßtaler ließen sich auf ihren Markt locken oder sammelten sich während der Regenschauer in der Grundschule oder dem Rathaus.

Etliche Fieranten bauten ihre Stände sogar schon am Sonntagnachmittag ab. „Die Aussteller in den Holzbuden sind ja noch relativ sicher und geschützt, aber diejenigen, die nur Plastikplanen haben, gar nicht“, zeigte Werner Reeh, geschäftsführender Beamter, Verständnis.

Noch nie in 29 Jahren habe er so ein schlimmes Wetter auf dem Markt erlebt, sagte ein Aussteller verbittert. Obwohl sein Holzspielzeug unter der Plastikplane heftig wackelte und reihenweise umfiel, zeigte sich zumindest Thomas Scheeler aus Großhabersdorf „nicht unzufrieden“. Er war zum ersten Mal als Fierant auf dem Martinimarkt vertreten und glücklich, dabei zu sein. „Das ist doch ein toller, überregional bekannter Markt und ich habe mich sehr gefreut, als ich die Zusage bekam“, erzählte der Holzspielzeugmacher. „Für das Wetter kann doch niemand was“, meinte er ganz pragmatisch.

„Viel Arbeit und Mühe“

Zumindest einen positiven Aspekt fand aber auch Albert Bachmann, Vorsitzender des Gewerbeverbandes: „Unser Konzept, die Gewerbeschau auch auf den ersten Stock der Grundschule mit zusätzlichen Ausstellern auszuweiten, ist voll aufgegangen und gut angekommen.“ Bei vielen Ausstellern war aber auch Frust und Enttäuschung zu verspüren. „Da macht man sich so viel Arbeit und Mühe mit dem Stand zur Gewerbeschau und dann so ein Mistwetter. Das ist schon demotivierend“, meinte eine Geschäftsfrau frustriert.

Und auch Albert Bachmann musste eingestehen: „Da werden wir wohl heuer alle ein kräftiges Minus machen.“ Doch ein Trost bleibt: Schlimmer kann es im nächsten Jahr eigentlich nicht mehr kommen.

CLAUDIA BIDNER-WUNDER

Quelle: Fürther Landkreisnachrichten vom 16. November 2007, S. 4

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