Leitbild der Diakoniestation Roßtal
1. Wer wir sind
Wir, die Diakoniestation, sind eine gemeinnützige Einrichtung des Vereins für Gemeindediakonie in der Pfarrei Roßtal e.V., die ein flächendeckendes Hilfsnetz für ältere, kranke und behinderte Menschen in Roßtal bildet. Unsere Einrichtung hat ihre Angebote der jeweiligen Situation im Kirchengemeindegebiet Roßtal angepasst. Unsere Pflegekonzeption knüpft an die diakonische Tradition an.
2. Woher wir kommen
Schon seit der Gründung des Vereins für Gemeindediakonie vor 90 Jahren kümmern sich Krankenschwestern um alte, behinderte und benachteiligte Menschen. Sie beziehen sich dabei auf die biblische Botschaft, dass jeder Mensch von Gott gewollt und geliebt ist. Das ist die Grundaussage des christlichen Menschenbildes. Wir, die Mitarbeiter der Diakoniestation, knüpfen an diese Tradition an und machen das christliche Menschenbild zur Grundlage unserer Pflegekonzeption und unseres Handelns.
Das christliche Menschenbild bedeutet für uns konkret:
- Das christliche Menschenbild ist Grundlage unserer Pflegekonzeption und unseres Handelns.
- Unsere Pflege orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen des Menschen.
- Wir gestalten unsere Pflege prozesshaft und passen sie an die sich ständig veränderten Situationen des Menschen an.
- Wir beziehen alle an dem Pflegeprozess beteiligten Menschen ein, damit in der Kooperation und im Miteinander die Pflege gelingen kann.
- Wir ermöglichen unseren Mitarbeitern, regelmäßig Angebote der Fort- und Weiterbildung zu besuchen, die die Identifikation mit ihrer Arbeit fördern.
- Wir arbeiten wirtschaftlich und umweltbewusst und machen unsere Leistungen und Kostenstrukturen transparent.
Wir berücksichtigen diese Leitsätze
- in unserem Verständnis von Pflege, Betreuung und Versorgung,
- bei der Gestaltung der betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen,
- sowie bei der Personalentwicklung.
3. Was wir tun
Wir kommen direkt ins Haus, betreuen und pflegen, gemäß unserer Tradition, alle Menschen mit Respekt und Würde. Unsere Arbeitsgebiete sind
- Krankenpflege,
- Altenpflege,
- Haus- und Familienpflege,
- begleitende Dienste,
- Sterbebegleitung,
- soziale und gesundheitliche Beratung in Fragen des Alters und der Krankheit,
- Schulung und Beratung von Angehörigen,
- Aufbau und Begleitung von Gesprächsgruppen,
- Beratung über Pflegeversicherung und -finanzierung,
- Kranken- und Geburtstagsbesuche,
- Vermittlung zur Seelsorge,
- Vermittlung zu weiterführenden Hilfsgruppen,
- Vernetzung mit Angeboten der Kirchengemeinde und anderen Einrichtungen,
- Zusammenarbeit mit Ärzten, Kranken- und Pflegekassen.
4. Wonach wir uns richten
Das christliche Menschenbild ist Grundlage für unseren Umgang mit allen Menschen. Das sind für uns in der ambulanten Pflege insbesondere Patienten mit ihren Angehörigen, Mitarbeiter sowie Kooperationspartner. Wir orientieren uns an den Grundwerten Menschenwürde, Nächstenliebe, Ehrlichkeit, Toleranz, Vertrauen und Vergebung.
Diese Grundwerte beeinflussen unser Handeln:
- Wir zeigen Respekt vor der Würde jedes einzelnen Menschen.
- Wir lassen uns auf die jeweilige Lebenssituation ein.
- Wir zeigen uns mit den Schwächeren solidarisch.
- Wir entwickeln Perspektiven, um die Lebensqualität zu verbessern und/oder die Lebensqualität zu erhalten.
- Wir bewahren Mut und Zutrauen, trotz Rückschlägen oder negativen Erfahrungen.
- Wir verstehen Konflikte als Chance und versuchen, sie zu lösen.
Leitsatz I: Das christliche Menschenbild ist Grundlage unserer Pflegekonzeption und unseres Handelns.
Das bedeutet für uns:
- Wir berücksichtigen bei all unserem Tun, dass jeder Mensch von Gott gewollt, geliebt, einmalig und unverwechselbar ist.
- Wir zeigen Respekt vor der Würde jedes einzelnen Menschen, unabhängig von Gesundheit, Alter, Hautfarbe, Konfession, sozialem Status sowie geistigen, körperlichen oder seelischen Einschränkungen.
- Wir beachten, dass jeder Mensch eine Einheit aus Körper, Geist und Seele ist.
- Wir wissen, dass jeder Mensch angelegt ist auf Entwicklung und Reifung.
- Wir lassen uns auf die jeweils unterschiedlichen Lebenssituationen ein.
- Wir sind mit den Schwächeren solidarisch. Wir entwickeln gemeinsam Perspektiven und Visionen zur Erhaltung oder - soweit wie möglich - Verbesserung der Lebensqualität.
- Wir berücksichtigen, dass jeder Mensch angewiesen ist auf die Annahme seiner Stärken und Schwächen durch seine Mitmenschen.
- Wir vermitteln auf Wunsch Seelsorge.
Leitsatz II: Unsere Pflege orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen des Menschen.
Das bedeutet für uns:
- Wir beachten die Grund- und Freiheitsrechte des Menschen, indem wir die Verwirklichung persönlicher Bedürfnisse, Wünsche und Fähigkeiten sowie sein eigenverantwortliches Verhalten ermöglichen.
- Wir orientieren uns an der Biographie und der aktuellen Lebenssituation des Menschen.
- Wir arbeiten nach dem Pflegemodell von Frau Krohwinkel, Professorin für Pflege an der Fachhochschule Darmstadt, das aktuelle pflegewissenschaftliche Kenntnisse berücksichtigt.
- Wir berücksichtigen körperliche, seelische und geistige Bedürfnisse nach Möglichkeit gleichrangig.
- Wir erhalten und fördern die größtmögliche Eigenständigkeit und Selbstverantwortung des zu Pflegenden.
- Wir binden den zu Pflegenden nach seinem Wunsch und seinen Möglichkeiten in die Gemeinschaft mit ein.
- Wir schützen und bewahren die Privat- und Intimsphäre und schaffen Freiräume für einen persönlichen Lebensbereich.
Leitsatz III: Wir gestalten unsere Pflege prozesshaft und passen sie an die sich ständig verändernden Situationen des Menschen an.
Das bedeutet für uns:
- Wir sehen unsere Pflegeschwerpunkte in der Beobachtung, Information, Beratung, Motivation, Anleitung und soweit erforderlich, in der teilweisen Unterstützung oder stellvertretenden Übernahme der Aktivitäten des täglichen Lebens nach Frau Krohwinkel.
- Wir berücksichtigen die individuelle aktuelle Situation und alle Veränderungen.
- Wir gestalten den Pflegeprozess mit logischen, voneinander abhängigen, zielgerichteten Überlegungs-, Handlungs- und Entscheidungsschritten.
- Wir dokumentieren die Schritte des Pflegeprozesses vollständig, präzise, nachvollziehbar und kontrollierbar.
- Wir beschreiben Organisation und Kooperation der Pflege in Standards.
- Wir überprüfen die Pflegestandards in angemessenen Abständen.
- Wir haben regelmäßig Teambesprechungen zu anstehenden Fragen und Themen.
- Wir geben in regelmäßigen Übergaben alle erforderlichen Informationen weiter.
- Wir gehen vertrauensvoll mit den Daten der zu Pflegenden um und geben die pflegerelevanten Informationen bei der Überleitung in andere Einrichtungen schriftlich weiter.
Leitsatz IV: Wir beziehen alle am Pflegeprozess beteiligten Menschen ein, damit in der Kooperation und im Miteinander die Pflege gelingen kann.
Das bedeutet für uns:
- Wir schaffen angemessene Rahmenbedingungen, unter denen Pflege stattfinden kann.
- Wir vernetzen die Arbeitsbereiche Hauswirtschaft, Verwaltung und Pflege.
- Wir halten getroffene Vereinbarungen ein, nehmen Beschwerden ernst und gehen ihnen nach.
- Wir beziehen den zu Pflegenden soweit wie möglich in alle Schritte des Pflegeprozesses mit ein und schaffen, wo möglich, Entscheidungsspielräume.
- Wir beziehen die Angehörigen in unsere Pflege mit ein, leiten sie auf Wunsche an oder bieten Schulungen an.
- Wir stellen auf Wunsch soziale Kontakte her, die menschliche Zuwendung, Unterstützung, Achtung und Anerkennung vermitteln.
- Wir entwickeln die Pflegequalität anhand unserer Erfahrung in regelmäßigem Informationsaustausch und in internen und externen Fortbildungen weiter.
- Wir kooperieren mit Pflegekräften, Angehörigen, Fachexperten aus allen Institutionen des Gesundheitswesens.
Leitsatz V: Wir machen unseren Mitarbeitern regelmäßig Angebote, die die Anforderungen mit dem diakonischen Profil unserer Arbeit fördern.
Das bedeutet für uns:
- Wir haben Stellenbeschreibungen für alle Mitarbeiter in jeder Funktion.
- Wir führen Mitarbeiter nach einem einrichtungsinternen Konzept ein.
- Wir sorgen für eine angemessene Einarbeitung, indem wir neue Mitarbeiter in der Einarbeitungsphase begleiten und unterstützen.
- Wir ermöglichen eigenverantwortliches und reflektierendes Arbeiten.
- Wir achten darauf, dass unsere Mitarbeiter sich nicht seelisch oder körperlich verausgaben.
- Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, Grenzen zu überwinden, um eine angemessene Pflege und Arbeitsbeziehung zu gestalten.
- Wir fördern Fachkompetenz in Theorie und Praxis durch regelmäßige Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Mitarbeiter.
Leitsatz VI: Wir arbeiten wirtschaftlich und umweltbewusst und machen unsere Leistungen und Kosten transparent.
Das bedeutet für uns:
- Wir verstehen unsere Arbeit als Dienstleistung für die zu Pflegenden und deren Angehörige.
- Wir organisieren unsere Verwaltungsstrukturen und Abläufe nachvollziehbar und transparent.
- Wir gestalten gegliederte Arbeits- und angemessene Entscheidungsstrukturen und machen diese transparent.
- Wir formulieren unsere Verträge, Leistungsvereinbarungen und Abrechnungen sowohl für die Pflegenden bzw. deren Angehörigen als auch für unsere Mitarbeiter gut lesbar, verständlich und nachvollziehbar.
- Wir informieren unsere Mitarbeiter regelmäßig über die aktuellen betriebswirtschaftlichen Vorgaben und deren Konsequenzen.
- Wir verstehen unsere Verwaltung als Dienstleistung sowohl für die zu Pflegenden als auch für unsere Mitarbeiter.
- Wir verwenden nach Möglichkeit umweltverträgliche Produkte, setzen diese sparsam ein und bemühen uns um eine ökologische Müllentsorgung.
- Wir arbeiten betriebswirtschaftlich verantwortungsvoll und kundenorientiert.
- Dadurch sichern wir die Qualität unserer Arbeit, unsere Arbeitsplätze und den Bestand der Einrichtung.
Roßtal, 27. Dezember 1999
