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Letzte Änderung: 2005-12-01

Deutsch-Französischer Freundschaftskreis Roßtal e.V.

Roschtler Radler in unserer Partnergemeinde Auzances!

Sie haben es geschafft! Die Gruppe mutiger Radfahrer ist in Auzances eingetroffen. Doch schön der Reihe nach:

Am Donnerstag, dem 27.07.2000, hatte der Deutsch-Französische Freundschaftskreis Roßtal zu einer „Tour de Commune“ im Rahmen des Freizeitprogramms der Gemeinde eingeladen. Über 40 junge Radfahrer beteiligten sich an der Fahrrad-Rallye, bei der sie, eingeteilt in Gruppen, die von je einem Erwachsenen begleitet wurden, etwa 18 Kilometer rund um Roßtal zurücklegen und dabei auch noch ein paar (mehr oder minder schwere) Fragen über Roßtal und seine Partnergemeinde Auzances auf einem Fragebogen beantworten mussten. Am Schluss fanden nicht nur die attraktiven Preise für alle Teilnehmer sowie die kostenlosen(!) Bratwurstbrötchen und Getränke Anklang, ebenso begeistert wurden die Vorführungen einer kleinen Gruppe Fahrradkünstler aufgenommen. Höhepunkt war wohl der Gastauftritt des fränkischen Radidols Jörg Jaksche vom Team Telekom, der den Jugendlichen bereitwillig Autogramme gab und ihre Fragen beantwortete.

   
 

Am nächsten Tag, Freitag dem 28.07.2000, wurden dann die Radfahrer vom Ersten Bürgermeister Maximilian Gaul und Pfarrer Josef Zottmann auf die lange Reise in unsere Partnergemeinde Auzances geschickt, begleitet von vielen guten Wünschen und zwei Service-Fahrzeugen. Zwar hatten sich die acht Teilnehmer in den letzten drei Monaten an den Wochenenden intensiv auf das Abenteuer vorbereitet, doch hatte noch keiner von ihnen sechs Tage hintereinander im Sattel gesessen. Würden sie alle bis Auzances durchhalten?

Die Strecke war aufgeteilt in sechs Etappen zwischen 150 und 170 Kilometern. Übernachtet wurde in Hotels. Bereits im Vorfeld hatte die Gruppe versucht, mit den Rathäusern der 5 Etappen-Zielorte Verbindung aufzunehmen und über die Fahrt zu informieren. Schon am ersten Abend empfing die Radler der Bürgermeister der Gemeinde Welzheim, dem sie die besten Wünsche aus Roßtal zusammen mit einem Buch über die Gemeinde übermitteln konnten.

 

Der zweite Tag, der die Gruppe bis Wolfach führte, war sehr hart: ständige Regenfälle, rund um Tübingen verlor sich die Gruppe zeitweise aus den Augen, angeblich konnte einer der Radfahrer erst im letzten Augenblick davon abgehalten werden, mit dem Rad auf die Autobahn zu fahren, aber trotz alledem ließ sich die Gruppe die prächtige Stimmung nicht vermiesen.

 

Am dritten Tag wurde die Grenze nach Frankreich bei Breisach „überradelt“. Durch das südliche Elsaß ging es bis Offemont bei Belfort. Drei der Radler fühlten sich durch diese Etappe wohl nicht richtig ausgelastet und fuhren in einem kleinen Abstecher sogar noch den Ballon d'Alsace (über 1000 Meter) hoch.

 
 
Am Montag folgte dann ein weiterer Höhepunkt. Die Roßtaler Delegation wurde im überdachten Renaissance-Innenhof des Rathauses von Dôle im Département Jura herzlich von Vertretern des dortigen Partnerschaftskomitees und Gemeinderäten empfangen. Auch die lokale Presse war anwesend. Dôle hat die Stadt Lahr im Badischen als Partnergemeinde, daneben bestehen Verbindungen mit dem tschechischen Tabor 50 Kilometer südlich von Prag. Es ist durchaus möglich, dass die neuen Freunde aus Dôle, wenn sie das nächste Mal auf dem Weg in ihre tschechische Partnergemeinde sind, in Roßtal einen Stopp einlegen. Einer der Vertreter des dortigen Partnerschaftskomitees begleitete den Radtrupp am nächsten Tag sogar ein Stück weit mit dem Rennrad auf der folgenden Etappe nach Charolles. Sein geschickter Streckenvorschlag hielt die Fahrradfahrer von den doch gefährlichen französischen Nationalstraßen fern, die zwar gut ausgebaut sind, aber besonders gerne von LKWs befahren werden. So konnten die Sportler gemütlich auf kleinen Nebenstrecken durch die burgundische Landschaft rollen und mussten nur gelegentlich landwirtschaftlichen Fahrzeugen aus dem Wege gehen.

  Radler
 
Die letzte Etappe war dann die längste. Sie wurde erleichtert durch Auzancer Freunde, die mit einer Gruppe von 12 Radlern des dortigen Sportvereins Unisport, darunter auch mehrere sportliche Damen, nach den ersten 40 Kilometern (wieder in strömendem Regen) der Gruppe entgegenkamen und mit ihr die restlichen 140 Kilometer gemeinsam zurücklegten. Die nunmehr 20köpfige Radlergruppe wurde dabei ständig von zwei französischen Begleitfahrzeugen eingerahmt und geführt. Dies ist, wie sich herausstellte, in Frankreich Vorschrift bei Gruppen ab einer bestimmten Größe.

 
Nicht vergessen werden alle wohl den begeisternden Empfang in Auzances. Auf dem Marktplatz wartete ein Teil der Bevölkerung mit Bürgermeister André Vénuat an der Spitze. Jeder der acht tapferen Radfahrer wurde auf einer von Radio Creuse zur Verfügung gestellten Bühne der Bevölkerung vorgestellt und von Miss Auzances mit einem Küsschen und einer eigens für diese Fahrt angefertigten Medaille bedacht.
 
  Dr. Walter Niederalt
 


Bürgermeister Vénuat hielt eine kurze Begrüßungsrede und überreichte dem DFF-Vorsitzenden Dr. Walter Niederalt einen Pokal. Danach gab es im Rathaus den Willkommensschluck. Den Abend verbrachten Deutsche und Franzosen zusammen im Festsaal bei einem köstlichen Mahl, zu späterer Stunde mit Musik und Tanz.

 
 
Am nächsten Tag, nach dem Besuch des Trödelmarktes, der nur einmal im Jahr Anfang August stattfindet, erholten sich deutsche und französische Akteure am Nachmittag am Teich von Alain und Brigitte Chassagnette bei einem Picknick. Am Abend hatten die Auzancer Freunde ein Abschiedsessen organisiert.

Am nächsten Morgen, am 4.08.2000, fuhren die deutschen Radfahrer, fast mehr erschöpft durch die Feierlichkeiten als durch die Radtour, in den Begleitfahrzeugen zurück nach Roßtal.

 
 

Bereits am Donnerstag, dem 10.08.2000, konnten sich die Roßtaler bei den Auzancern für deren herzliche Gastfreundschaft erkenntlich zeigen, als diese mit ca. 16 Personen zur Kirchweih anreisten und bis Dienstag, dem 15.08.2000, in Roßtal blieben.
 

Mit dieser Radfahrt wird die Verbundenheit zwischen Roßtal und Auzances sicherlich weiter gefestigt werden. Durch solche Taten wird deutlich, dass vielen Roßtalern das Verständnis zwischen den Menschen verschiedener Nationen am Herzen liegt.

Diese und frühere Aktionen engagierter Roßtaler Bürger sind nicht zuletzt der Grund, dass Roßtal Ende September das Europadiplom in Straßburg verliehen wird.


Ein herzliches Dankeschön gilt all denjenigen, die die „Tour de Commune“ und die „Tour de Jumelage“ nach Auzances mit Sach- und Geldspenden unterstützt haben:

Die acht mutigen Radler wurden begleitet von Peter Volgnandt und den Familien Winkler und Harsch.

Christoph Harsch

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