"Together 6" der Ansbacher Chorgemeinschaft
Abschluss und Neubeginn
Projektreihe ging mit umjubeltem Musicalprogramm zu Ende
ANSBACH - Das Konzert des Projektchores „Together 6“ der Ansbacher Chorgemeinschaft am vergangenen Sonntag war Abschluss und Neubeginn zugleich. Mit dem mittlerweile sechsten Chorprojekt beendete Chorleiter Michael Waldenmayer die Reihe. Dafür konnte der neugegründete Jugendchor der Chorgemeinschaft seine Premiere feiern, begeisterter Applaus zollte den neun Nach wuchs Sängern Respekt für ihre Leistung.
„Musical- und Broadwaylegenden“ hatten die Veranstalter versprochen und so sollte es auch kommen. Schon zum Auftakt zeigten die 27 Mitglieder von „Together 6“ ihr in nur drei Proben erworbenes Können. Stilsicher intonierten sie Auszüge aus Irving Berlins Musical „Annie get your Gun“, von Heike Kiefer am Flügel begleitet, die auch den Abend professionell moderierte meisterte.
Nach dieser Premiere, die Gemeinschaftskonzerte mit anderen Chören sind ja das Markenzeichen der Together-Reihe der jeweiligen Uraufführung dieser wild zusammengewürfelten Truppe, ging es gleich weiter mit einem Novum.
Unter der Leitung von Katrin Daubinger gab nämlich der Jugendchor der Ansbacher Chorgemeinschaft sein Konzertdebüt. Seit September erst proben die neun Jungs und Mädels. Zum Together-Finale hatten sie jetzt schon die ersten Lieder parat.
Der Applaus, den sie unter anderem für ihre Interpretation von John Denvers „Country Roads“ (in einem Arrangement von Daubinger) erhielten, war nicht nur die verdiente Belohnung für ihre musikalische Darbietung. Auch der Respekt des Publikums für den Auftritt vor mehreren hundert Konzertbesuchern im Onoldiasaal schwang im Beifall mit.
Die „Onolzbacher Hausmusik“ unter der Leitung von Manfred Borndörfer stellte als einzige Musikgruppe des Abends virtuos unter Beweis, dass auch mit Ziehharmonika und Kontrabass flotte Musicalmelodien intoniert werden können. Ihre Versionen von Glenn Millers bekanntesten Hits verleiteten dann auch erstmals das Publikum zum Mitklatschen. In einigen Klezmerstücken fächerten sie zudem die ganze Bandbreite ihrer Instrumente auf, weit vorne dran dabei natürlich der eindringliche Klang der schluchzenden Klarinetten.
Mit „Licence to Sing“ trat ein weiterer Jugendchor auf, diesmal aus Roßtal. Die gut 20 Sänger hatten ihre Konzerttaufe aber schon länger hinter sich. Sie präsentierten ihre Ausschnitte aus „Hair“, „Little Shop of Horrors“ und der Filmmusik aus „Sister Act“ fast ausnahmslos frei vorgetragen, was allein schon Bewunderung verdient.
Mitgebracht hatten die Jugendlichen unter der Leitung von Andrea Sauer auch improvisierte Bühnenbilder und gut einstudierte Choreographie. Diese stammte teils noch aus ihrem 2006 komplett aufgeführten „Jesus Christ Superstar“. Die Sicherheit im Auftreten entlockte auch hier wieder dem Publikum begeisterten Applaus.
Dass nach der Pause Waldenmayer den Auftritt der „HardChor Harmoniker“ aus Petersaurach aus terminlichen Gründen absagen musste, war kein wirklicher Verlust. Mit seinem Jugendchor aus dem gleichen Ort sprang er selbst in die Bresche. Höhepunkt war hier das einzige Solo des Abends, in dem Bianca Fleischmann brillierte.
Furioses Finale war nach dem nochmaligen Durchlauf aller beteiligten Gruppen der gemeinsame Auftritt zum Schluss des Konzertes und der ganzen Veranstaltungsreihe. Der tosende Applaus für alle Künstler war die verdiente Belohnung für einen abwechslungsreichen Abend mit toller Musik.
Auch wenn das Together-Projekt nun abgeschlossen ist geht es weiter. Nach dem Ende der Reihe widmet sich eine Rumpfmannschaft aus den sechs „Together-Chören“ zusammen mit Sängern der Chorgemeinschaft und von „Musica Aeterna“ aus Heilsbronn schon dem nächsten Projekt. Das Osteroratorium von Uwe Unger soll an Ostern 2008 in St. Gumbertus aufgeführt werden.
Michael Alban
Quelle: FLZ vom 13. November 2007